Dr. Dieter Reinhardt
   

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Forschungsprojekte                                       

Aktuelles Forschungsprojekt

 

"Die Funktion regionaler ökonomischer Kooperationsprojekte und der Mehrebenen-Diplo-lomatie für die Konflikttransformation in der Grenzregion Nordostindien-Südwestchina-Bangladesch-Myanmar"
(zusammen mit Prof. Dr. Senz, Transkulturelle Studien/Institut für Si­nologie, Universität Heidelberg) Gefördert von der Deutschen Stiftung Friedensforschung (DSF)  

 

In Asien ist in der letzten Dekade eine zwischenstaatliche Dynamik der Etablierung neuer regionaler Kooperationen zu beobachten. Dieser Regionalisierungsprozess umfasst politische, ökonomische und kulturelle Initiativen. Dazu zählt auch der so genannte BCIM-Prozess (Region: Bangladesch-China-In­dien-Myanmar). Diese Region ist jedoch geprägt von drei grenzüberschreitend miteinander verzahn­ten Konfliktkonstellationen: ethnopolitischen Auseinandersetzungen, Ressourcenkonflikten und Grenzstreitigkeiten. Dennoch haben sich die sino-indischen Beziehungen seit ca. 10 Jahren zumindest auf der zentralstaatlichen, diplomatisch-rhetorischen Ebene kontinuierlich verbessert. Im Jahr 2013 verständigten sich Indien und China zunächst bilateral und dann auch mit Bangladesch und Myan­mar auf die Einrichtung eines „Economic Corridor“ (BCIM EC). Die Ziele des BCIM EC-Projektes sind die Erweiterung des regionalen Handels u.a. durch den Ausbau der Grenzübergänge, die beschleunig­te Ausbeutung der rohstoffreichen Region, der Aufbau industrieller Wachstumszonen sowie die För­derung kulturellen Austauschs. Außerdem ist der Ausbau der jahrzehntelang blockierten regionalen Verkehrsinfrastruktur, insbesondere zwischen Kolkata (Hauptstadt des indischen Bundesstaates Westbengalen) und Kunming (Hauptstadt der chinesischen Provinz Yunnan) geplant. Auch eine Städtepartnerschaft zwischen Kolkata und Kunming wurde vereinbart. Eine offene Frage ist, inwie­weit die getroffenen Vereinbarungen angesichts der Komplexität existierender Spannungen in der BCIM-Region umgesetzt werden können. Außerdem besteht mit Blick auf eine zu erwartende, selekti­ve oder bruchstückhafte Umsetzung das Risiko einer Verschärfung bestehender Konflikte, insbeson­dere in den Grenzregionen von Nordostindien, Bangladesch, Myanmar und Südwestchina.

Das Projekt analysiert, wie die am BCIM EC-Projekt beteiligten zentral- und lokalstaatlichen (Track 1), ökonomischen (Track 2) und zivilgesellschaftlichen (Track 3) Akteure aus Indien und China die Kon­flikte bewerten und welche Lösungsansätze sie ggf. favorisieren. Ferner wird am Beispiel der beiden wichtigsten Grenzübergänge zwischen Nordostindien und Myanmar sowie zwischen Yunnan und Myanmar untersucht, ob und ggf. welche Handelstätigkeiten zunehmen, und welche Effekte dies auf eine Verschärfung oder Verringerung lokaler Spannungen und für transkulturelle Verflechtungen hat.

Überprüft wird die These des Mehrebenen-Diplomatie-Ansatzes ‚Building peace across borders’ von Ramsbotham und Zartman, derzufolge erfolgreiche Friedensinitiativen in regionalen Konfliktsyste­men nationalstaatliche Blockaden überwinden durch Kooperationen von lokalen, grenzüberschrei­tenden, nicht-staatlichen sowie regionalen, multilateralen Initiativen. Eine besondere Bedeutung wird dabei der Zusammenarbeit von Track 2- und Track 3-Akteuren zugeschrieben, denen es gelingt, den grenzüberschreitenden Handel zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer regionalen Frie­densökonomie zu machen.


Frühere Forschungsprojekte

  • 2009-2011: „Green Governance – One Solution for Two Problems? Cli­mate Change and Economic Shocks: Risk Perceptions and Coping Strategies in China, In­dia and Bangla­desh“; Kooperation von insgesamt elf Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen und fünf Wissenschaftlern aus der VR China, Indien und Bangladesch: In­stitute of Social Sciences/New Delhi; Dhaka University; Fudan University/Shanghai, Nan­kai University/Tianjin; gefördert vom Bun­desministerium für Bildung und Forschung (BMBF); Ergebnisse 2010 publiziert (s.u. Publikationsliste).

  • 2004-2005: "Staatszerfall und Entwickl­ungspolitik", gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenar­beit und Entwicklung (BMZ)


 

 

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